T ERLEBEN, WAS VERBINDET.
Was ist Blockchain?
24.09.2019

Fotos & Videos in der
Blockchain speichern?

Die Blockchain gilt als Zukunftstechnologie. Taugt sie auch zum Speichern Ihrer Urlaubsfotos? Wir klären auf.

Für das Thema
Blockchain muss
man ausholen und
Vorstellungskraft
mitbringen.

Herzlichen Glückwunsch! Wofür? Sie haben diesen Text aufgerufen, obwohl das Thema nicht allzu viel Vergnügen verspricht. Es hört sich entweder nach staubtrockener Erklärung einer hochkomplexen Technologie – oder oberflächlichem Hype an. Jetzt sind Sie aber hier und haben Neugierde bewiesen. Verlieren wir also keine Zeit und springen direkt rein, denn für das Thema Blockchain muss man ausholen und Vorstellungskraft aufbringen. Und falls Sie sich bereits fragen, ob Ihre Urlaubsfotos und Dokumente in der MagentaCLOUD bald in der Blockchain liegen werden? Nein, aber dazu kommen wir später, schauen wir uns erstmal das Phänomen der Blockchain an.

In einer fernen Galaxy – und doch ganz nah

Die Blockchain lässt sich nicht bildlich vorstellen. Sie hat weder Form, noch Geruch oder eine Farbe. Sie schwebt im digitalen Raum, verteilt auf unzählige Computer. Keiner kann sie kontrollieren, niemand manipulieren. Nicht greifbar, wie ein Schwarzes Loch im Weltall, und dennoch ein Konstrukt, das verspricht, viele Aspekte unseres Lebens zu verändern. Und zwar sehr zentrale Aspekte.

Was spielt in Ihrem Alltag eine wichtige Rolle? Wir meinen jetzt nicht Familie oder Gesundheit, sondern die ganz praktischen Dinge, um die sich jeder kümmern muss. Versicherungen zum Beispiel. Oder Angelegenheiten mit Banken, Behörden, Schulen und so weiter. Auf diese Einrichtungen sind wir angewiesen – und entsprechend aufgeschmissen, wenn sie Fehler machen. Stellen Sie sich vor, Ihre Bank hat eine Überweisung falsch ausgeführt oder der Server wurde gehacked und Ihr Erspartes ist nicht verfügbar. Oder Ihre medizinische Historie ist fehlerhaft und ein Arzt bekommt nur lückenhafte Informationen für Ihre Behandlung. Vielleicht engagieren Sie einen Klavierlehrer, der verspricht, Musik studiert zu haben. Woher wissen Sie, dass das auch wirklich stimmt?

All diese Probleme soll die 2008 von einem anonymen Programmierer entwickelte Blockchain lösen können. Wo wir bisher einfach nur vertrauen konnten und auf die Ehrlichkeit und Professionalität anderer angewiesen waren, soll die Blockchain eine technische und mathematische Lösung sein. Aber wie kann sie das bewerkstelligen?

Eine Datenbank, die niemandem gehört

Die Grundidee der Blockchain ist, dass keine einzelne Person, Institution oder irgendein Unternehmen sie kontrolliert. Es gibt keinen Mittelsmann, der Gebühren verlangt, den Zugang regelt oder für die Instandhaltung sorgen muss. Stellen Sie sich ein Strom- oder Schienennetz vor, nur eben ohne zentralen Betreiber. Kaum möglich, denn man benötigt Strommasten, Kraftwerke, Gleise und Züge. Diese müssen betrieben und gewartet werden. Bei der Blockchain sind allerdings alle Bestandteile digital und genau deswegen muss es nicht zwingend einen Verantwortlichen geben. Letztlich ist sie eine Datenbank, die dezentral tausendfach auf verschiedenen Computern verteilt ist. Wie eine Excel-Tabelle, die von überall abrufbar ist und wenn sie geändert wird, diese Änderungen auf viele, viele Rechner überspielt. Jeder dieser Rechner überprüft die Gültigkeit der Änderung und wenn jemand die Datenbank manipulieren möchte, müsste er dies gleichzeitig auf tausenden Rechnern machen.

Das Prinzip Blockchain Das Prinzip Blockchain

Die Blockchain lässt
sich nicht bestechen
und auch nicht von
einzelnen Personen
beherrschen.

So kann man Transaktionen einer Bank, die Historie von Lebensläufen oder Lieferketten, Verträge und digitale Währungen unabhängig und sicher gestalten. Sie merken wahrscheinlich, welches Potenzial in dieser Idee und der Technologie steckt. Insbesondere auch in Regionen, die instabile Regierungen, Korruption oder autoritäre Regime haben. Die Blockchain lässt sich, so ist zumindest das Ideal, nicht bestechen und auch nicht von einzelnen Personen beherrschen. Jetzt haben wir ein Anwendungsbeispiel noch nicht besprochen: Wäre es dann nicht auch sinnvoll, persönliche Dateien in der Blockchain zu speichern und zu teilen? Ganz so, wie es mit der MagentaCLOUD möglich ist?

MagentaCLOUD + Blockchain = ?

Zuerst einmal, wo werden Ihre Daten in der MagentaCLOUD aktuell eigentlich gespeichert? In TÜV-geprüften Hochsicherheitsrechenzentren in Deutschland, gemäß der strengen gesetzlichen Datenschutzanforderungen. Oder allgemeiner gesagt, in der Cloud. Das bedeutet, wenn Sie eine Datei in die MagentaCLOUD laden, wird Sie auf einer bestimmten Festplatte in einem bestimmten Rechenzentrum gespeichert. So können Sie von überall, auch unterwegs auf dem Smartphone, darauf zugreifen. Würde man diese Dateien in der Blockchain speichern, wäre es ein völlig anderes Prinzip.

Angenommen, Sie laden ein Foto in die Blockchain, das Foto würde in zahlreiche Einzelteile zerlegt, über tausende Computer weltweit gestreut und zusätzlich verschlüsselt werden. So kann keiner der vielen Rechner, die Teile Ihres Fotos speichern oder darauf zugreifen. Den Schlüssel würden nur Sie besitzen. In der Blockchain selbst würde ein Hash für Ihr Foto gespeichert werden. Das ist so etwas wie ein digitaler Fingerabdruck oder eine Prüfsumme, die Ihr Foto identifiziert und die Sie brauchen, wenn Sie auf das Foto wieder zugreifen möchten. Ein recht komplizierter Prozess, wie Sie sicherlich bemerken. Auch liegt das Foto selbst dabei gar nicht in der Blockchain, wenn man es genau nimmt, sondern auf verschiedensten Rechnern. Die Blockchain selbst agiert dabei nur als „Buchhaltung“ für die verteilten Dateien und speichert den „Fingerabdruck“, damit Sie beweisen können, dass es auch wirklich Ihr Foto ist.

Einige Vorteile, aber viele Nachteile

Einige Vorteile, aber viele Nachteile

Ihr Foto wäre jetzt sicher gespeichert. Keine Einzelperson kann es löschen oder verändern. Perfekt, falls das Foto von besonderer Bedeutung ist und Sie es vor fremden Zugriff schützen möchten. Vielleicht möchten Sie auch belegen können, dass dieses Foto hochgeladen wurde und existiert, was mit dem Hash möglich wäre. Möchten Sie allerdings Ihre gesamte Fotosammlung, die womöglich viele Gigabyte umfasst, hochladen, sieht die Sache anders aus. Mit der MagentaCLOUD können Sie bis zu 300.000 Fotos speichern, in der Blockchain wäre das ein teurer Spaß. Das Problem ist die hochkomplexe mathematische Berechnung, die für das Erstellen von einzelnen Blocks und die Hashes nötig ist. Der Speicher lässt sich nicht beliebig erweitern, sondern muss mit rechenintensiven Vorgängen erarbeitet werden, die wiederum Unmengen an Strom verschlingen.

Laut aktuellen Untersuchungen entsteht durch die Blockchain bereits ein halbes Prozent des weltweiten Energieverbrauchs und möchte man nur 1 Kilobyte in der Blockchain speichern, kostet es einmalig etwa 2 US-Dollar, je nach verwendeter Technologie. Ein weiteres Problem ist die Reaktionsgeschwindigkeit der Blockchain, wenn Sie das Foto wieder abrufen möchten. Das würde etwa eine halbe Minute dauern, bis der komplexe Prozess, den wir oben beschrieben haben, durchlaufen ist. Sie sehen, es ist keine Option für Ihre Urlaubsvideos, Fotos von der letzten Geburtstagsfeier oder Word-Dateien. Aber all das würden Sie ja auch nicht in einer Excel-Tabelle speichern, wenn man es mal so sehen möchte.

Für Dateien ist die Cloud der bessere Ort

Für Dateien ist die Cloud der bessere Ort

Zum Synchronisieren, Teilen und Speichern von Dokumenten aller Art, ist die MagentaCLOUD mit ihren Rechenzentren die überlegene Technologie. Zwar gibt es bereits Anbieter, die versprechen eine Art MagentaCLOUD in der Blockchain zu sein, die Angebote basieren aber auf dem Vermitteln von Cloud-Speicher – und nicht dem Speichern selbst. Denn jeder, der Speicherplatz und Rechenkapazität in dem dezentralen Netzwerk der Blockchain zur Verfügung stellt, wird früher oder später dafür Geld verlangen. Es wäre also eine Art Marktplatz zum Speichern Ihrer Daten.

Jetzt müssen wir Ihnen schon wieder gratulieren, wenn Sie bis hier gelesen und Ihr Durchhaltevermögen unter Beweis gestellt haben. Vielleicht ist das „Schwarze Loch“ jetzt etwas verständlicher geworden. In jedem Fall können Sie sich sicher sein, dass Ihre Dateien in der MagentaCLOUD sicher aufbewahrt werden. Die Blockchain bleibt aber eine extrem spannende Technologie, die wir als MagentaCLOUD-Team aufmerksam verfolgen werden.